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Leise rieselt der Schnee …
von Michael J. Erner | 18. Juli 2008
Es gab einmal (oder gibt noch, was sich meiner Kenntnis entzieht) eine Sendung im Privatfernsehen, die über Machenschaften unliebsamer Zeitgenossen berichtete. “Höllische Nachbarn” dürfte vereinzelt einen hohen Wiedererkennungswert gehabt haben, insbesondere, wenn es um Geschichten ging, die jeder irgendwann auf die eine oder andere Art schon selbst erfahren hat. Diese Art von Reality-TV hat nun eine ganz andere Dimension erlangt, an der jeder selbst aktiv partizipieren kann. Ein amerikanischer Anbieter stellt eine Online-Plattform zur Verfügung, auf der man dank Google Maps seine Meinung über die eigenen Nachbarn oder Wohngegenden im allgemeinen kundtun kann. Weltweit! So wird z.B. eine Wohnadresse in Hamburg mit den Anfangszeilen eines Weihnachtsliedes beschrieben.
Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, wieso es im Juli in Hamburg schneien sollte. Hierüber mag man sich vielleicht ähnlich amüsieren wie über eine Bemerkung von Harald Schmidt, der seinerzeit nach einem Besuch der Sängerin Nena selbige wissen ließ, er würde sich freuen, wenn sie in der Late Night “mal wieder reinschneien würde”. Allerdings kann ich die im Portal zu findende Beschreibung nur als abstoßend, diffamierend und menschenverachtend bezeichnen. Technische Möglichkeiten lassen bekanntlich Begehrlichkeiten wachsen, und sei es nur die Möglichkeit, andere an den Pranger zu stellen. Es bleibt abzuwarten, wie diese “Errungenschaft” des Internets sich weiter entwickelt, denn auch das ist “höllisch”.
Topics: Allgemein, Informationstechnologie, Kurz notiert, Medien, Überwachungsstaat |

Am 2. August 2008 um 14:51 Uhr
[...] Frage, welches Ziel ein Unternehmen verfolgt, das Praktiken kritisiert, die es selbst anwendet! „Rotten Neighbor“ dürfte für die Schufa eine ergiebige Datenquelle sein und bekommt damit eine ganz andere [...]