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Ich glaub, mein (Spar-)Schwein pfeift

von Dr. Sarah S. Weiß | 30. Juli 2008

Früher sammelte man Pilze – heute sammelt man Punkte. Und zwar in Flensburg und in Rabatt- oder Kundenbindungsprogrammen. Punktesammeln in Flensburg findet jedoch deutlich weniger Anhänger als Rabattsysteme. Worin also liegt der enorme Reiz von Bonusprogrammen? In Ersparnissen – wollen jedenfalls die Betreiber solcher Programme den Verbrauchern suggerieren. Das ist in Zeiten, wo Benzin- und Lebenshaltungskosten manchen Haushalt an den Rand des Abgrunds bringen, sicher ein schlagendes Argument. Doch wie viel spart man wirklich? Eine Rechenaufgabe, die ich an einem einfachen Beispiel (Mathe, 7. Klasse) durchrechnen will.

Als Beispiel dient ein Verbraucher, den wir Fred taufen. Fred sammelt Punkte bei Payback (mehr zu dem Thema gibt es hier). Wenn Fred bei einem Payback-Partner 1 Euro ausgibt, wird Freds Punktekonto 1 Punkt gutgeschrieben. Bei manchen Payback-Partnern sieht das ungünstiger aus: Hier kriegt Fred 1 Punkt pro 2 Euro Umsatz. Hat Fred genügend Punkte gesammelt, kann er sie in Prämien verwandeln. Dass Premiumkunden weniger Punkte “zahlen”, lassen wir mal außen vor. Ebenso bleiben Aktionen unberücksichtigt, bei denen der Kunde einen höheren Bonus (wie 5fache Punkte) erhält. Auch dass die Punkte irgendwann verfallen, lassen wir außer Acht. Und selbst dass Freds Portemonnaie dank der vielen Karten schnell kaputt ist bzw. er gleich ein neues braucht, weil die Karten keinen Platz finden, soll uns nicht stören.

Der Einfachheit halber lassen wir Fred 1499 Euro im Kaufhof bzw. 2998 Euro bei real ausgeben. In beiden Fällen bekäme er 1499 Punkte. Zwar fällt ihm die Auswahl schwer, doch schließlich entscheidet Fred sich für einen Messbecher von WMF (kaufen würde er ihn nicht, schließlich ist ein WMF-Messbecher nicht zwingend für Sparfüchse geeignet …). Den bekäme er im Geschäft für 19,95 Euro. Seine Ersparnis bei 1499 Euro Ausgaben beläuft sich also auf 1,33 % - bei 2998 Euro sind es nur noch 0,67 %.

Nur ein ungünstiges Beispiel? Weit gefehlt: Lassen wir Fred eine DVD (”Der Teufel trägt Prada”) für 1299 Punkte als Prämie wählen. Die kostet im Laden momentan zwischen 6 und 10 Euro, gehen wir von realistischen 9 Euro aus. Fred sammelt also flugs 1299 Punkte, bringt also 1299 bzw. 2598 Euro Umsatz. Die Ersparnis liegt für ihn somit bei 0,69 % bzw. 0,35 %. Mathematischer ausgedrückt: “nicht signifikant”.

Punktesammeln ist also lukrativ? So so … Was aber sicher lukrativ ist, sind die gesammelten Daten. Denn aus den Einkäufen – und den eingelösten Prämien – können die Betreiber prächtige Profile basteln. Um nochmal auf Fred zurückzukommen: Von ihm wissen wir nun, dass er offenbar gern Filme guckt. Was liegt da näher, als mit gezielter Werbung in ihm den Wunsch nach einem 42-Zoll-LCD-Fernseher zu wecken? Den gibts für 229000 Punkte – diesmal dürfen Sie selbst rechnen …

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2 Reaktionen zu “Ich glaub, mein (Spar-)Schwein pfeift”

  1. Huebi
    Am 18. Dezember 2008 um 19:21 Uhr

    Da hat ja noch jemand sich mal die Mühe gemacht, sich den Nutzen der Prämien auszurechnen. Meine Favoriten sind ja das Gartenthermomether und der Handyschmuck.

  2. Robert Mannhardt
    Am 5. Februar 2009 um 17:33 Uhr

    Nach ca. 18 Monaten Arbeit habe ich es tatsächlich geschafft unbepunktet und ohne vollen Briefkasten zu sein und das nur mit Beschränkung auf meine EC-Karte. Welch ein Zugewinn an freier Zeit….! Nur Eines stört mich manchmal, die Frage ob ich denn Bonuspunkte sammle…?!?

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