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Risk Management: Was uns das BP Desaster lehrt

von Dr. Bruno Wildhaber | 13. Juli 2010

Information Risk Management ist eine Disziplin, die ich als nicht beherrschbar betrachte, da wir es immer mit einem komplexen Systemumfeld zu tun haben. Ob dem nun so ist oder nicht soll an dieser Stelle offen gelassen werden. Zu denken geben Ereignisse, die wir als besser beherrschbar einschätzen würden. Wer hätte damit gerechnet, dass auf einer Oelbohrinsel so fundamentale Fehler gemacht werden konnten, wie auf der Deep Water Horizon? Die Antwort ist einfach: Jeder, der sich schon einmal mit Risk Management auseinander gesetzt hat!

Denn was auf der Bohrinsel passierte, ist symptomatisch für den fahrlässigen Umgang mit Risiken:

Folge: Es wird damit gerechnet, dass BP entweder übernommen wird oder zumindest schwer geschädigt aus dem Prozess herausgeht.

Welche Lehren lassen sich aus dem Ereignis ziehen:

  1. In einem Geschäft mit verschiedenen Partner wird die Verantwortung permanent hin- und hergeschoben, das nützt aber am Ende der verantwortlichen Firma nichts.
  2. Prävention wird gemacht, aber das notwendige Monitoring wird völlig vernachlässigt.
  3. Die Leute auf der Bohrinsel habe ihren Job vermutlich gut gemacht, das notwendige Reporting über Probleme wurde aber durch Management geblockt.
  4. Es herrscht eine Mentalität des “Fehler bezahlen” anstelle der korrekten Erbringung der Leistung (Ähnlichkeiten mit IT-Outsourcern sind rein zufällig).
  5. Wenn das Management nur gewinnorientiert ist gehen alle anderen Stakeholder “den Bach runter”.

Fazit: Risiken wirklich im Griff zu haben kann nur ein Unternehmen mit:

PS: Wer meint, BP sei besonders schlecht: Alle Ölgesellschaften, welche im Golf operieren, haben keine Vorkehrungen getroffen für den Fall eines unvorhergesehene Ereignisses. Die Industriestrategie war/ist “solche Ereignisse nicht zu haben”.

Quelle: Economist vom 19.6.2010, S. 57

Topics: Allgemein |

Eine Reaktion zu “Risk Management: Was uns das BP Desaster lehrt”

  1. Dr. Martin Bartonitz
    Am 5. Dezember 2010 um 17:56 Uhr

    Ich habe mich häufig gefragt, warum gerade der Begriff Nachhaltigkeit, den wir ja eher aus der Forstwirtscahft kennen, inzwischen im Management von vielen Firmen quer durch alle Branchen vermehrt in den Marketingbroschüren finden.
    Das Beispiel BPM macht uns wieder mal sehr deutlich, dass gerade Börsen-notierte Firmen in einem Dilemma bzg. einer Nachhaltigkeit stecken. Es werden hohe Risiken eingegangen, um die Aktionären kurzfristig positiv zu stimmen. Und genau hier ist zu sehen, wie schnell das nach hinten gehen kann, wenn die notwendigen Sicherungsmaßnahmen für ein langfristiges Wirtschaften nicht getroffen werden.

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